DZR (Dezincification Resistant) und CW617N sind Messinglegierungen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Beständigkeit gegenüber Entzinkung – einer Korrosionsart, die Messingkomponenten schwächen kann. CW617N ist eine Standard-Messinglegierung, die anfällig für Entzinkung ist, während DZR-Messing speziell entwickelt wurde, um dieser Korrosionsart zu widerstehen. Dieser Unterschied ergibt sich aus ihrer Zusammensetzung und den Herstellungsprozessen, wobei DZR Zusätze wie Arsen oder Nickel enthält, die die Entzinkung verhindern.
CW617N
Zusammensetzung:
Enthält in der Regel Kupfer (57–59 %), Zink (37–40 %) und Blei (1,5–2,5 %).
Entzinkung:
Sehr anfällig für Entzinkung, insbesondere in aggressiven Wasserumgebungen.
Anwendung:
Der Bleigehalt kann die Verwendung in Trinkwasseranwendungen einschränken.
Bearbeitbarkeit:
Gute Zerspanbarkeit aufgrund des Bleianteils.
DZR (Dezincification Resistant) Messing
Zusammensetzung:
Die Zusammensetzung kann variieren, jedoch weist DZR-Messing in der Regel einen höheren Kupfer- und einen niedrigeren Zinkgehalt als CW617N auf. Zudem enthält es Zusätze wie Arsen (bis zu 0,15 %) oder Nickel (bis zu 0,3 %), die die Entzinkung verhindern.
Entzinkung:
Speziell entwickelt, um der Entzinkung zu widerstehen, wodurch es sich besonders für Anwendungen eignet, bei denen Korrosionsbeständigkeit entscheidend ist.
Anwendungen:
Einsatz in der Sanitärtechnik, in Armaturen sowie in anderen Anwendungen, bei denen Wassereinwirkung zu Korrosion führen kann.
Herstellung:
Kann aufgrund spezieller Legierungs- und Herstellungsverfahren kostenintensiver sein als CW617N.
Hauptunterschiede
Beständigkeit gegen Entzinkung:
DZR ist speziell darauf ausgelegt, der Entzinkung zu widerstehen, während CW617N nicht dafür optimiert ist.
Zusammensetzung:
DZR-Messing weist häufig einen geringeren Zink- und höheren Kupfergehalt auf und enthält Zusätze wie Arsen oder Nickel.
Anwendung:
DZR wird bevorzugt in korrosionskritischen Bereichen eingesetzt, während CW617N für allgemeine Anwendungen geeignet ist, bei denen Entzinkung kein entscheidender Faktor ist.
Kosten:
Aufgrund spezieller Herstellungsanforderungen kann DZR-Messing teurer sein.
Entzinkung ist eine Form der Korrosion, die Messing – eine Legierung aus Kupfer und Zink – betrifft. Dabei wird Zink selektiv aus dem Material herausgelöst, wodurch eine poröse, kupferreiche Struktur zurückbleibt. Dieser Prozess schwächt das Messing und kann zu Undichtigkeiten, Rissen oder sogar zum Versagen des Bauteils führen.
Was ist Entzinkung?
Entzinkung ist eine Korrosionsform, bei der Zink bevorzugt aus Messing entfernt wird.
Dabei entsteht eine poröse, kupferreiche Schicht, die mechanisch schwächer ist als das ursprüngliche Messing.
Dieser Prozess kann in verschiedenen Umgebungen auftreten, ist jedoch besonders häufig in Trinkwasser- und Sanitärsystemen.
Wie entsteht Entzinkung?
Zink ist reaktiver als Kupfer und daher unter bestimmten Bedingungen anfälliger für Korrosion. In Gegenwart von Wasser – insbesondere bei hohem Chlorid- oder Sulfatgehalt, niedriger Alkalität oder einem pH-Wert um 8 – kann sich Zink auflösen, während Kupfer zurückbleibt. Dies kann gleichmäßig über die gesamte Oberfläche oder lokal begrenzt auftreten, wobei sich Hohlräume oder Pfropfen bilden.
Folgen der Entzinkung:
Schwächung des Messingbauteils, was zu Undichtigkeiten, Rissen oder Bruch führen kann.
Verringerte mechanische Festigkeit im betroffenen Bereich.
Veränderung der Farbe des Messings von gelblich zu rosafarben oder rötlich.
Vorbeugung gegen Entzinkung:
Verwendung von Messinglegierungen mit geringerem Zinkgehalt (weniger als 15 %).
Zugabe von Legierungselementen wie Zinn, Arsen oder Antimon.
Sicherstellung einer geeigneten Wasserchemie sowie Vermeidung von stehendem Wasser oder hohen Chloridkonzentrationen.
Einsatz von entzinkungsbeständigem Messing (DZR-Messing) in Trinkwasser- und Sanitäranwendungen.